Jacquelines Freundin Jana die bei dem Tragischen Unfall auch Ihr junges Leben verlor


 

 

Anett und Jacqueline

 

Liebe Jacqueline,

 

Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll, es gibt so vieles was ich Dir sagen und erzählen möchte.

Du warst für mich die beste Freundin die ich jemals hatte. Wir konnten immer über alles reden und Du warst die einzige die mir ins Gesicht gesagt hat, wenn ich etwas falsch gemacht habe.

Ich mache immer noch viele Fehler, nur bist Du nicht mehr da um mich ins Rechte zu weisen. Ich weiß, es klingt egoistisch, aber ich möchte Dich so gern wieder haben. Du fehlst mir so sehr! So oft denke ich an unsere schöne Zeit zurück. Ständig am Cappuccino trinken, am quatschen und am rum blödeln. Jetzt muss ich immer so erwachsen sein. Keiner blödelt mehr mit mir, oder hört sich meine Sorgen an. Ich werde niemals den Tag vergessen, als Du uns verlassen musstest. Dieser Tag verfolgt mich immer und immer wieder.

Warum nur musste das alles passieren?

Warum musste ich so lange arbeiten?

Wenn ich jetzt der alte Seelsorger mit Hut wäre, würde oder müsste ich mir sagen, dass solche Dinge passieren und man sie nicht aufhalten kann.

Weißt Du noch, als wir vor der Haustüre Deiner Eltern standen und uns aber nicht getraut haben zu klingeln, weil wir nicht wussten wie sie reagieren?

Hinterher mussten wir über uns selber lachen, weil wir solche Schisser waren.

Und jetzt?  Jetzt war ich schon so oft bei Deinen Eltern. Bei Deiner Mutti. Sie ist eine ganz liebe! Ich wünschte mir ich könnte ihr helfen mit dem nagendem Kummer und dem ständigen Schmerz im Herzen zu recht zu kommen. Aber ich weiß nicht wie! Ich überlege dann immer, wie Du es vielleicht gewollt hättest, aber ich bin noch nicht darauf gekommen. Du wirst es nicht glauben, aber Deine Eltern haben einen kleinen Hund. Du hast immer gesagt, dass Deine Mam ein Haustier braucht, damit sie Beschäftigung hat und jetzt hat sie eins. Ich kann mich an so viele Dinge erinnern, die Du mir erzählt hast, als wäre es gestern gewesen. Ich höre noch Dein Lachen, jeden einzelnen Ton Deiner Stimme.

Wie würdest Du jetzt sagen: „ Ja, nee is klar!“ oder „Klingt komisch, is aber so!“

Nicht, dass Du jetzt glaubst, dass ich in Selbstmitleid versinke. So ist es nicht, nicht mehr.

Das erste halbe Jahr, nachdem Du weg warst, habe ich jeden Abend  eine Flasche Wein getrunken um schlafen zu können. Ich habe mich aber wieder gefangen und versucht ohne klar zu kommen.

Ich weiß,  dass wir uns irgendwann wiedersehen werden. Ich habe auch keine Angst mehr vor dem Tod, weil wenn ich dann wieder bei Dir bin,( „Hoffentlich bin ich da noch nicht alt, grau und schrumplig“ ), werden wir wieder zusammen lachen können.

Bis dahin denke ich ganz viel an Dich und ich werde Dich nicht vergessen!

In Gedanken drücke ich Dich ganz doll, auch wenn Du es nicht so wolltest.

HAB DICH LIEB!!!

                                                   

                                           Bis bald Deine Freundin Anett

 


Datum-Countup mit JavaScript